Engagement der Stiftung für das Stadtbild
Die Erhaltung des schönen Bildes der Stadt und ihrer Anlagen ist ein Stiftungszweck, der in einer an denkmalgeschützter und erhaltenswerter Bausubstanz so reichen Stadt wie Lübeck besonders vielgestaltig ist. Mit großem Engagement sanieren viele Hausbesitzer ihre Häuser, deren Baugeschichte oft ins Mittelalter zurückreicht. Die Possehl-Stiftung fördert den denkmalpflegerischen Mehraufwand und hilft so, das historische Erbe der Hansestadt Lübeck für die Zukunft zu sichern. Die Lübecker Altstadt soll jedoch keine Museumsinsel sein. Die Stiftung möchte mit ihrer Fördertätigkeit die Altstadt ein Stück lebendiger machen.
Schlözer-Villa Eschenburgstraße 37
Das klassizistische, denkmalgeschützte Gebäude in der Eschenburgstraße zählt zu den kulturgeschichtlich bedeutsamen Bauten der Hansestadt. Es wurde in den 1780er Jahren im Auftrag des Lübecker Bürgermeisters Mathaeus Rodde erbaut, dem Ehemann von Dorothea Schlözer, welche als erste promovierte Philosophin Deutschlands berühmt wurde. Das am damaligen Stadtrand gelegene Haus gehört zu den Sommervillen, in denen die wohlhabenden Lübecker früher ihre freien Tage verbrachten.
Der Eigentümer veranlasste die denkmalgerechte Sanierung des Hauses, wobei beträchtliche, durch Holzbock und Holzwurm verursachte Schäden im gesamten Dachstuhl festgestellt wurden. Ein großer Teil der tragenden Holzkonstruktion musste ersetzt werden. Nach Abschluss der Sanierungsmaßnahmen erstrahlt das Haus in neuem Glanz.
Gebäude in der Fleischhauerstraße 67
Hinter dem aus vier Gebäuden und einem Hinterhof bestehenden Ensemble verbirgt sich eine bewegte Vergangenheit. Das einstige Knochenhaueramt wurde in den 1860er Jahren zu einem Schulkomplex umgewandelt. Thomas und Heinrich Mann gingen hier Ende des 19. Jahrhunderts auf das Progymnasium des Dr. Bussenius.
Die am Hinterhof gelegenen Gebäude befanden sich in einem sehr schlechten Zustand, dennoch wagte der Besitzer sich an die aufwändige Sanierung, um die kulturgeschichtlich bedeutsamen Gebäude vor dem Verfall zu retten. Soweit es möglich war, wurden die Gebäudeelemente in bauzeittypischer Ausführung erhalten. Da das Ensemble als Schulkomplex nicht wiederherzustellen ist, sollen die Gebäude künftig für stille Gewerbe und als Wohnraum genutzt werden. Zudem soll der Öffentlichkeit ermöglicht werden, die sanierten Gebäude zu besichtigen. Durch die Inanspruchnahme kostenloser Umweltwärme, die mithilfe von 100 m tiefen Erdsonden gewonnen wird, wird es möglich sein, die knapp 800 qm Nutzfläche mit Wärme zu versorgen.
