Das Schöne Bild der Stadt

Charakteristisch für das Lübecker Stadtbild sind die sogenannten Rippenstraßen, die vom Mittelpunkt der Stadt um den Marktplatz, das Rathaus und die Marienkirche hinab zum Wasser führen, das die Altstadtinsel umgibt. Sie sind parallel zueinander – wie Rippen – angeordnet. Ihre Namen sind jahrhundertealt und verweisen auf die oft auf die Handwerker, die sich dort im Mittelalter angesiedelt hatten, wie die Fleischhauerstraße oder die Glockengießerstraße. In diesen Straßen stehen fast alle Häuser unter Denkmalschutz. Doch eine museale Atmosphäre herrscht hier nicht vor. Im Gegenteil: Die einzigartige Architektur lockt Geschäftstreibende und Besucher. Hier pulsiert das Stadtleben mit vielen kleinen attraktiven Geschäften und Cafés – ein lebendiges Gegengewicht zum austauschbaren Erscheinungsbild vieler Stadtzentren mit seinen Geschäftsketten. Der Erhalt dieser Straßenzüge ist aufwendig, und die Possehl-Stiftung unterstützt die denkmalgerechte Sanierung der historischen Bausubstanz


Stecknitzfahrer-Amtshaus in der Hartengrube

Stecknitzfahrer-Amtshaus in der Hartengrube

Über den Fluß Stecknitz versorgten die Stecknitzfahrer in flachen Salzkähnen mithilfe eines ausgeklügelten Schleusensystems seit Anfang des 15. Jahrhunderts die Städte Lübeck und Lüneburg mit dem „weißen Gold“. Die Stecknitz wurde daher auch „nasse Salzstraße“ genannt. Als sichtbare Zeichen auf dem vom Architekten Heinrich Hagen 1904 geplanten Gebäude zeugen die Schriftzüge auf den Giebeln und die Figuren des Portals von der Existenz der Gemeinschaft.
Die Betongussfiguren des Bildhauers Wilhelm Christian Cuwie, die zwei Stecknitzfahrer mit Haken und Staken darstellen, waren abgewittert, die Köpfe zerstört. Da eine Restaurierung nicht mehr möglich war, wurden aufwändig Ersatzfiguren angefertigt.


Sanierung des Hauses Dr.-Julius-Leber-Str. 21

Sanierung des Hauses Dr.-Julius-Leber-Str. 21

Seit 1261 führt diese Straße zum geografischen Mittelpunkt der Stadt. Am topographisch höchsten Punkt des Hügels der Lübecker Altstadtinsel hatten Lübecker Kaufleute im Mittelalter die Marienkirche errichtet, in selbstbewusster Abgrenzung vom mächtigen Klerus. In der Dr. Julius-Leber-Straße stehen heute zahlreiche Häuser unter Denkmalschutz. Bei dem sanierten Gebäude handelt es sich um ein sogenanntes Traufenhaus. Bei dieser Bauweise steht die Dachtraufe parallel zur Straße. Das Erscheinungsbild des Hauses ist von der in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts erfolgten Überbauung geprägt, tatsächlich lassen sich einzelne Brandwände bis ins Mittelalter zurückverfolgen. Das Haus war vor der Sanierung stark vernachlässigt und drohte zu verfallen. Jetzt konnten die Fassade mit den aufwändig gestalteten Zopfstilformen denkmalgerecht saniert werden.