Engagement der Stiftung für das Stadtbild
Die Erhaltung des schönen Bildes der Stadt und ihrer Anlagen ist ein Stiftungszweck, der in einer an denkmalgeschützter und erhaltenswerter Bausubstanz so reichen Stadt wie Lübeck besonders vielgestaltig ist. Mit großem Engagement sanieren viele Hausbesitzer ihre Häuser, deren Baugeschichte oft ins Mittelalter zurückreicht. Die Possehl-Stiftung fördert den denkmalpflegerischen Mehraufwand und hilft so, das historische Erbe der Hansestadt Lübeck für die Zukunft zu sichern. Die Lübecker Altstadt soll jedoch keine Museumsinsel sein. Die Stiftung möchte mit ihrer Fördertätigkeit die Altstadt ein Stück lebendiger machen. Die in Abstimmung mit dem Gestaltungsbeirat entwickelte Neugestaltung der Achse Schrangen/Klingenberg kann beginnen und der Vorplatz der Holstentorhalle wurde einladend gestaltet.
Sanierung der Pastorenhäuser von St. Jakobi
Die zwischen der Jakobikirche, dem Koberg, Heilig-Geist-Hospital und Schiffergesellschaft gelegenen Häuser Jakobikirchhof 1 und 2 haben eine Baugeschichte, die über 800 Jahre zurück reicht. Die unzähligen Generationen von Bewohnern, unter ihnen Pastoren, Organisten, Chorleiter, Sargträger und Witwen von Kirchenbeamten, haben auf vielfältigste Weise das Interieur der Häuser geprägt. Besonders reizvoll und erhaltenswert sind die freigelegten Balkendecken mit Landschaftsmalereien und barocken Wandmalereien, die für ein Pastorenhaus unerwartet galante Liebesszenen zeigen. Nach Abschluss der aufwändigen Sanierung wird das neu eingerichtete Jugendpfarramt des Kirchenkreises Lübeck hier seinen Sitz haben. Gemeinsam mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Kirchenkreis Lübeck und mit Mitteln aus einem Sonderförderprogramm des Bundes fördert die Possehl-Stiftung die Sanierung der Pastorenhäuser.
Platz vor der Holstentorhalle
Die in den dreißiger Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Messehalle errichtete Holstentorhalle erhielt nach jahrzehntelangem Leerstand 2007 ein völlig neues Innenleben: Proben- und Unterrichtsräume sowie das Tonstudio der Musikhochschule Lübeck haben hier ihren Sitz. Die Gestaltung des Umfeldes der Halle konnte im Herbst 2009 abgeschlossen werden. Zentrales Ziel der Gestaltung ist es, die historische Halle wieder frei sichtbar werden zu lassen sowie Passanten und Studenten zum Verweilen einzuladen. Zur Binnenseite bieten Sitzstufen in drei Reihen 90 Zuschauern Platz und können für musikalische Außenveranstaltungen genutzt werden. Die ansprechende, vielfältig nutzbare Gestaltung dieses Platzes an zentraler Stelle in unmittelbarer Nähe des Holstentores wurde von der Possehl-Stiftung unterstützt.
Große Kiesau 3
Das von der Denkmalschutzbehörde als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung eingetragene Gebäude in der Großen Kiesau wurde 1566 erbaut. Vor der Sanierung waren Balken und Fachwerk von Schwamm und Holzwurm befallen. Fenster und Außentüren mussten zum Teil rückgebaut werden. Der historische Zugang zum Hinterhof war einsturzgefährdet und konnte saniert werden. Die Possehl-Stiftung hat den denkmalpflegerischen Mehraufwand der Sanierung unterstützt.
Neugestaltung der Achse Schrangen/Klingenberg
In einer Perspektivenwerkstatt konnten die Lübecker Bürger 2006 ihre Vorstellungen für eine neue Gestaltung der Plätze Klingenberg und Schrangen und ihrer Verbindungsachse mit einbringen. Aus dem sich anschließenden Realisierungswettbewerb ist ein Siegerentwurf hervorgegangen. Auf der Grundlage dieses Entwurfes hat die Stiftung der Hansestadt Lübeck in Aussicht gestellt, die Umbaukosten zu übernehmen soweit sie über reine Straßenbaumaßnahmen hinaus gehen. Ziel des Entwurfes ist es, den zurzeit leblosen Plätzen ein Gesicht zu geben und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Am Schrangen wird der eindrucksvolle Blick auf die Marienkirche ins Zentrum gerückt.
