Possehl-Ingenieurpreis

Possehl-Ingenieurpreis

Seit 1983 zeichnet der Possehl-Ingenieurpreis einmal jährlich im Audienzsaal des Lübecker Rathauses herausragende Arbeiten an der Technischen Hochschule Lübeck aus. Seit der ersten Preisverleihung im Jahre 1983 wurden über 70 Preise und Prämien vergeben. Der Possehl-Ingenieurpreis dokumentiert die ganze Vielfalt der Lehre an der Fachhochschule für Technik, Naturwissenschaften, Bauen und Wirtschaft. In diesen Disziplinen werden die Absolventinnen und Absolventen so ausgebildet, dass sie ausgezeichnete Arbeiten anfertigen können, von denen die herausragenden mit dem Possehl-Ingenieurpreis prämiert werden.

Steffen Hellmann erhält den 35. Possehl-Ingenieurpreis für erfolgreiche Suche nach charakteristischen "Fingerabdrücken" im Wasser

Foto von der Preisverleihung
v.l.n.r.: Max Schön, Anna Treichel, Steffen Hellmann, Niklas Menke, Muriel Helbig

Stiftungsvorsitzender Max Schön überreichte am 20.11.2018 den mit 5.000 Euro dotierten Preis vor rund siebzig Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an Steffen Hellmann, Absolvent des Studiengangs Chemie- und Umwelttechnik, für die beste Abschlussarbeit an der TH Lübeck. Hellmanns Arbeit trägt den Titel "Elementfingerprint von Sedimentproben der Weser sowie Methodenentwicklung zur Messung von stabilen Pb-Isotopenverhältnissen mittels ICP-MS/MS". Unter der Betreuung von Prof. Dr. Veronika Hellwig, TH Lübeck und Dr. Pröfrock, Helmholtz-Zentrum Geesthacht wurde die Bachelorarbeit am dortigen Institut für Küstenforschung angefertigt. Das Institut untersucht Prozesse an der Küste, um Wechselwirkungen zwischen Land, Meer und Mensch zu verstehen und zukünftige Entwicklungen vorherzusagen und ist die wissenschaftliche Basis für ein nachhaltiges Küstenmanagement. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Herkunft, dem Umsatz sowie dem Verbleib von chemischen Substanzen im Übergangsbereich von Land und Meer. Prof. Dr. Veronika Hellwig bestätigte in ihrer Laudatio den hohen Anwendungsbezug: "Die Methode von Herrn Hellmann kann gerade auch für ein Vorscreening gut verwendet werden und ist sehr relevant für weitere wissenschaftliche Betrachtungen. Gleichzeitig ist die Arbeit von praktischem Nutzen, zum einen für die Bewertung von Kontaminationsquellen im Wesergebiet und zum anderen durch die Bereitstellung einer einfach durchführbaren Methode zur Bestimmung von Blei neben Quecksilber."

Bevor alle drei Nominierten des Jahres 2018 ihre Prämien und den Preis entgegennehmen konnten, stellten sie sich und ihre Arbeiten in einem Science Slam auf äußerst sympathische und professionelle Weise vor. Danach riefen TH-Präsidentin Dr. Muriel Helbig und Max Schön abwechselnd zunächst die Preisträger*innen der Förderprämien auf: Bachelorabsolventin Anna Treichel (Studiengang Hörakustik im Fachbereich Angewandte Naturwissenschaften) erhielt eine Prämie, dotiert mit 2.500 Euro, für ihre Arbeit mit dem Titel: "Akustische und schwingungstechnische Untersuchung von Elastomerbauteilen aus synthetischen Kunststoffen anstatt Naturkautschuk" unter der Betreuung von Prof. Dr. Jürgen Tchorz, TH Lübeck, die sie bei der F. Porsche AG anfertigte. Die zweite Prämie, ebenfalls in Höhe von 2.500 Euro, ging an den Masterabsolventen Niklas Menke (Studiengang Mechanical Engineering im Fachbereich Maschinenbau und Wirtschaft) für seine Arbeit "Sensor-Based Analysis and Identification of Leak-Prone Areas in Vacuum Bagging for High Performance Composite Component"s, die er unter der Betreuung der TH Lübeck Professoren Dr.-Ing. Olaf Jacobs und Dr.-Ing. Hans Reddemann beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. in der Grundlagenforschung angefertigt hat.

Die Präsidentin der TH Lübeck, Dr. Muriel Helbig, betonte die Bedeutung, die derartige Preise in der heutigen Gesellschaft von 'fake news' und einem gesellschaftlichen Wertewandel hätten: "Preise bekommen dadurch eine neue Wertigkeit."

Wir gratulieren unseren drei Preisträger*innen und wünschen Ihnen für Ihre Zukunft alles Gute!

Bildnachweis: ©TH Lübeck